Hilfe · So funktioniert die Karte
Die Karte zeigt die Staaten, Reiche und Völker Europas vom Jahr 1 bis 2025: wer wann wo herrschte und wie die Grenzen wanderten. Wähle ein Jahr, lass die Zeit ablaufen oder klicke auf einen Ort, um zu sehen, wem er im Lauf der Jahrhunderte gehörte.
1 · Zeitleiste und Epochen
- ▶ Abspielen / Ⅱ Pause lässt die Zeit ablaufen. Das Tempo passt sich an: vor dem Jahr 1000 vergehen 25 Jahre je Sekunde, im Mittelalter 12, in der Frühen Neuzeit 5, im 19. Jahrhundert 2 und ab 1900 ein Jahr je Sekunde (Normal). „Langsam“ und „Schnell“ teilen bzw. vervielfachen das.
- Die Zeitachse ist gestaucht: Die frühen Jahrhunderte, aus denen wir wenig wissen, nehmen weniger Platz ein als die letzten 200 Jahre.
- Das Zeitband zeigt, wie viele Staaten es in Europa gab. Die schmale Leiste darunter zeigt die Datenlage: hell = grobe Grenzen, mittel = genauere Stichjahre, dunkelgrün = tagesgenau (ab 1886).
- Die farbige Leiste teilt die Zeit in zwölf Epochen, vom Römischen Reich bis heute. Ein Klick springt an den Anfang der Epoche. Die Knöpfe oben rechts springen zu wichtigen Jahren (117, 476, 800, 1648, 1815, 1871, 1919, 1942, 1990 …).
- Grenzen ändern sich weich: Eine neue Fläche blendet über die alte ein. Ab 1886 erscheinen Änderungen beim Abspielen an ihrem Datum im Jahr (z. B. der Versailler Vertrag Ende Juni 1919).
- Im Kasten „Epoche“ blättern ‹ › von Epoche zu Epoche; ▶ Epoche spielt sie ab, Σ Wechsel zeigt ihre Herrschaftswechsel.
2 · Karte bewegen und anklicken
- Ziehen verschiebt, Mausrad oder + / − zoomen, auf dem Tablet mit zwei Fingern. Ganz Europa stellt die Übersicht wieder her.
- Fährt der Zeiger über die Karte, nennt ein Schild den Staat mit seinem Originalnamen.
- Klick auf einen Ort setzt eine Nadel. Rechts erscheint, zu welchem Staat der Ort gehört und eine farbige Leiste „Wem gehörte dieser Ort?“ vom Jahr 1 bis heute, darunter alle Abschnitte. Ein Klick auf einen Abschnitt springt in das Jahr. Probiere Straßburg, Lwiw/Lemberg, Saarbrücken oder Sizilien.
- Darunter steht der Staat selbst: Name und Originalname, Zeitraum auf der Karte, Fläche, Hauptstadt, frühere Namen und alle Grenzänderungen als Knöpfe.
3 · Farben, Linien und Schraffuren
- Jeder Staat hat eine Farbe, die über die Jahrhunderte gleich bleibt, wo eine Linie erkennbar ist (Frankenreich → Frankreich lila, Moskau → Russland grün, Habsburg gelb, Osmanen sandfarben). Die Farben lehnen sich an den Putzger an.
- Gestrichelte Grenzen sind grob (vor etwa 1650). Blasse Flächen mit gepunktetem Rand sind Völker ohne Staat oder archäologische Kulturen: Sie hatten keine Grenzen im heutigen Sinn, die Karte zeigt ihr ungefähres Siedlungsgebiet.
- Schraffuren zeigen Besetzungen (rot), Annexionen (violett), fremde Verwaltung (blau, z. B. Saargebiet 1920–1935), abhängige Staaten (Punkte) und abtrünnige Gebiete (orange). Gestrichelter Rand = Umriss ungefähr. Im Zweiten Weltkrieg bleiben die Flächen auf den Grenzen, die völkerrechtlich galten; die deutsche und sowjetische Besetzung liegt schraffiert darüber. Ebenso die russisch besetzten Gebiete der Ukraine seit 2014.
- Fronten der Weltkriege (Ebene „Fronten der Weltkriege“): eine dunkelrote Linie zeigt, wo die Front an einem Stichtag verlief, z. B. die Westfront 1914–1918, die Ostfront 1941–1945 oder die Gotenlinie in Italien. Dahinter sind die besetzten Gebiete schraffiert; beides wechselt am nächsten Stichtag weich. Zwischen zwei Stichtagen bewegte sich die Front in Wirklichkeit oft stark.
- Die weiße Fläche (Land ohne Farbe) bedeutet: Für dieses Gebiet und diese Zeit verzeichnen die Quellen keinen Staat.
4 · Bilder auf der Karte
- Eine Burg steht in der Hauptstadt jedes Staats (bis 1885 für die wichtigeren Staaten, ab 1886 für alle).
- Ereignisse erscheinen mit einem Bild am Ort des Geschehens und verblassen nach etwa drei Sekunden Abspielzeit. Ein Klick zeigt den Text. Die Meldungen oben nennen die Ereignisse des Jahres.
- Punkte statt Bilder (oben) zeigt schlichte Zeichen statt der Bilder.
5 · Ebenen, Originalnamen, Bündnisse
- Originalnamen beschriftet die Staaten mit ihrem Namen in der eigenen Sprache und Schrift (z. B. Sacrum Imperium Romanum, Rzeczpospolita Obojga Narodów, Βασιλεία τῶν Ῥωμαίων), darunter klein der deutsche Name. Bei Völkern, deren Eigenname nicht überliefert ist, bleibt der deutsche Name.
- Grenzen von heute legt die heutigen Staatsgrenzen gestrichelt darüber: So sieht man, wo das Römische Reich oder Polen-Litauen heute läge.
- Bündnis: EWG/EG/EU, NATO oder Warschauer Pakt mit farbigem Umriss der Mitglieder zum gewählten Tag (Beitritte und Austritte tagesgenau). Reich und Bünde zeigt die Grenze des Heiligen Römischen Reichs ab 1648, den Rheinbund (1806–1813), den Deutschen Bund (1815–1866) und den Norddeutschen Bund (1867–1871); gestrichelt, weil die Umrisse ungefähr sind.
- Weitere Schalter: Beschriftung, Hauptstädte, Ereignisse, Besetzungen und Sondergebiete, Flüsse.
6 · Σ Herrschaftswechsel
Der Knopf Σ Herrschaftswechsel (links in der Zeitleiste) ersetzt den Zeitschieber durch Knöpfe für die ganze Zeit und die zwölf Epochen. Die Karte färbt jeden Ort danach, wie oft er in dieser Zeit den Staat wechselte: gelb einmal, rot fünf- bis siebenmal, dunkelviolett 21-mal und öfter. Gut zu sehen sind die umkämpften Grenzräume: Elsass und Lothringen, Schlesien, Galizien, der Balkan, die Ukraine. Ein Namenswechsel desselben Staats (Frankenreich → Frankreich) zählt nicht. Vor 1650 erzeugen die groben Grenzen schmale Säume, die keine echten Wechsel sind.
7 · Epoche, Zahlen, Information
- Epoche: Was geschah? Wie sahen Grenzen aus? Wie gut ist die Datenlage?
- Im Jahr: Zahl der Staaten in Europa (ab 1000 km²), Stand der Grenzen (Stichjahr oder tagesgenau) und die größten Staaten nach ihrer Fläche in Europa; ein Klick wählt den Staat.
- Information: Ort, Staat oder Ereignis nach einem Klick. Esc hebt die Auswahl auf.
8 · Bild und Daten speichern
- Bild speichern lädt die Karte als PNG.
- Staaten des Jahres als CSV (im Kasten „Im Jahr“) speichert alle Staaten mit Originalnamen, Fläche, Hauptstadt und Datenlage.
9 · Wie genau ist die Karte?
Ab 1886 stammen die Grenzen aus dem Forschungsdatensatz CShapes 2.0 und sind tagesgenau. Davor beruhen sie auf Karten zu Stichjahren (1, 100, 200 … 1500, 1530, 1600, 1650, 1700, 1715, 1783, 1800, 1815, 1878; dazu von uns abgeleitet 1801, 1807 und 1810 für die napoleonische Zeit sowie 1832, 1867 und 1871). Zwischen zwei Stichjahren zeigt die Karte das ältere; die Änderungen geschahen irgendwann dazwischen. Vor etwa 1650 sind die Grenzen grob, im Frühmittelalter teils nur Machtbereiche. Das Heilige Römische Reich zeigt ab 1650 seine größeren Territorien (übernommen aus 1783 und korrigiert); die vielen kleinen Bistümer, Abteien und Reichsstädte sind als „Kleinere Reichsstände“ zusammengefasst, vor 1650 erscheint das Reich als Ganzes. Für die Zeit vor Christi Geburt sind seriöse Grenzen kaum möglich: Außer Rom gab es in Europa keine Staaten mit festen Grenzen. Alles Weitere unter „Quellen & Methode“.
10 · Tastatur
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